22. Januar 2026

So gelingt die Asbestsanierung: Stolpersteine vermeiden und sicher zum Ziel

Asbest ist keine Sache von gestern. Auch wenn in der Schweiz seit 1990 ein striktes Verbot gilt, begegnen wir der „Wunderfaser“ von einst noch heute in vielfältigen Formen und Anwendungen. Ob in Fliesenklebern, Fensterkitten oder als Spritzasbest zur Isolierung – bei Umbauten und Sanierungen ist Vorsicht geboten.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie eine erfolgreiche Sanierung abläuft, welche Herausforderungen auf Bauherr*innen warten und wie Sie Stolpersteine frühzeitig umgehen.

Mikroskopaufnahme einer Asbestfaser im Vergleich zu menschlichem Haar
Eine Asbestfaser im Vergleich zu einem menschlichen Haar – Quelle: SUVA

 

Warum Asbest nach wie vor präsent ist

Asbest wurde aufgrund seiner herausragenden Eigenschaften geschätzt: Er ist hitzebeständig, chemisch resistent, elektrisch inert, elastisch und hat eine hohe Zugfestigkeit. Deshalb wurde er in Gebäuden in unterschiedlichsten Anwendungsbereichen verbaut. Ob als feuerfeste Bodenplatten, als Unterlage für Elektroinstallationen oder in Fenster- und Fugenkitt – die Nutzungsbereiche sind enorm vielfältig und die robuste Faser überdauert. Doch diese Beständigkeit und Langlebigkeit wird uns heute zur Last. Denn werden asbesthaltige Materialien bearbeitet, lösen sich mikroskopisch kleine Fasern, die die Lungen langfristig schädigen. Bei Gebäuden mit Baujahr vor 1990 besteht daher in der Schweiz eine Untersuchungspflicht vor Sanierungs- oder Rückbauarbeiten.

Von baulichen Eingriffen betroffene asbesthaltige Materialien müssen vor Baubeginn erkannt und fachgerecht entfernt werden.

 

Der Fahrplan für eine erfolgreiche Sanierung

Damit ein Sanierungsprojekt nicht zur Kostenfalle oder zum Gesundheitsrisiko wird, empfiehlt sich ein strukturierter Ablauf in drei Phasen:

 

  1. Vorprojekt und Diagnostik

Jedes Projekt beginnt mit einer Schadstoffuntersuchung. Dabei ist wichtig, frühzeitig ein Gutachten zur Schadstoffsituation erstellen zu lassen, da es je nach Befundsituation Auswirkungen auf die Umbauplanung haben kann. Auch muss die Zeit für die Behördenrückmeldungen mit eingeplant werden.

 

  1. Fachplanung und Submission

Ein detailliertes Sanierungskonzept legt den Ablauf und die Sanierungsoptionen fest. In dieser Phase werden die Arbeiten definiert und ausgeschrieben. Wichtig ist hier die Vorsicht bei Pauschalangeboten: Einheitspreise für potenzielle Zusatzfunde helfen, spätere Nachträge zu minimieren. Beachten Sie auch die Vorlaufzeiten: Eine Sanierungsanmeldung bei der Suva muss mindestens 10 Arbeitstage vor Sanierungsbeginn erfolgen.

 

  1. Fachbauleitung und Umsetzung

Die Fachbauleitung begleitet die Sanierungsarbeiten vor Ort, führt Kontrollen und Messungen durch und stellt unter anderem sicher, dass der Terminplan eingehalten wird. Hier ist es empfehlenswert, Kostenreserven für Unvorhergesehenes einzuplanen. Zudem sollten Entsorgungsbelege und -nachweise laufend eingefordert werden.

 

 

Häufige Stolpersteine – und wie man sie umgeht

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass oft die gleichen Herausforderungen den Projekterfolg gefährden:

  • Mangelhafte Gutachten: Ein unvollständiges Gutachten führt fast unweigerlich zu Zusatzfunden während der Bauphase. Lassen Sie Gutachten frühzeitig und von Fachexpert*innen erstellen. Hier lohnt sich der zusätzliche Aufwand für ein umfassendes Gesamt-Gutachten.
  • Kommunikationsdefizite: Fehlende Information anderer Gewerke kann dazu führen, dass geschützte Bereiche versehentlich betreten beziehungsweise Sanierungszonen beschädigt werden. Bei schlechter Koordination kann es zudem passieren, dass Handwerker*innen bereits in den Zonen arbeiten wollen, was zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich ist.
  • Unvorhergesehenes: Zusatzfunde sind trotz bester Planung möglich. Planen Sie unbedingt Kostenreserven für Unvorhergesehenes ein.
  • Sanieren unter Nutzung: Sanierungen im bewohnten Zustand stellen oftmals hohe Herausforderungen an die Logistik und die Kommunikation. Hier muss besonders auf eine frühzeitige Planung, transparente Kommunikation und Koordination sowie das Einhalten von Terminen geachtet werden. Ebenfalls müssen die Verantwortlichkeiten vorgängig abgeklärt werden.

 

 

Fazit: Qualität zahlt sich aus

Eine erfolgreiche Asbestsanierung steht und fällt mit der Qualität der Vorbereitung und der Professionalität im Rahmen der Ausführung. Durch eine frühzeitige Schadstoffuntersuchung und eine professionelle Fachbauleitung lassen sich Verzögerungen vermeiden und die Sicherheit aller Beteiligten gewährleisten.

 

Haben Sie Fragen zu einem anstehenden Projekt?

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*** Dieser Beitrag basiert auf dem Vortrag „So gelingt die Asbestsanierung“ von Dominic Stähly, gehalten im Rahmen der Schadstoffgespräche 2025.

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