Projekt

Unangenehme Gerüche und Beschwerden im Schulhausprovisorium

Im Frühsommer 2022 wurde an der Schule in Reinach ein aus Containern bestehendes Schulhausprovisorium in Betrieb genommen. Kurze Zeit später berichteten Lehrpersonen und Lernende von unangenehmen Gerüchen und gesundheitlichen Beschwerden. Eine erste Beprüfung der Raumluft durch Carbotech bestätigte, dass die Konzentrationen bestimmter Schadstoffe, insbesondere von  organischen Lösungsmitteln und Aldehyden, erhöht waren.
Schulhausprovisorium Reinach - Foto: Dominik Plüss, BaZ

Um die Luftqualität zu verbessern, hat Carbotech die Anschaffung von hochwertigen Luftreinigungsgeräten mit Aktivkohlefiltern empfohlen. Diese Massnahme führte sehr schnell zu einer deutlichen Senkung der Schadstoffkonzentrationen, wie Kontrollmessungen zeigen konnten.
Um die Wirksamkeit der Massnahmen zu überwachen und die Situation zu dokumentieren, wurden in den folgenden Jahren regelmässig Luftmessungen durchgeführt.

 

Neue Nutzer*innen äussern Bedenken

Im März 2025 wurde das Provisorium von neuen Nutzer*innen bezogen, welche wiederum Bedenken bezüglich der Luftqualität äusserten. Carbotech wurde daher erneut beauftragt, die Situation zu überprüfen und die Konzentrationen transparent und verständlich für Eltern und Lehrpersonen zu dokumentieren. Während der Messungen waren die Luftreiniger nicht in Betrieb. Gemessen wurde mittels DNPH-Kartuschen für Aldehyde und mittels Tenax für flüchtige organische Verbindungen (VOC).

 

Die Luft ist rein

Die aktuellsten Messergebnisse zeigen, dass die Konzentrationen der Schadstoffe im Vergleich zu den ursprünglichen Messungen stark gesunken sind. Alle gemessenen Werte, auch die der Summe aller flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC), lagen deutlich unter den Innenraumrichtwerten, die für ein hygienisch unbedenkliches Raumklima gelten.

Die Ergebnisse zeigen jedoch eine Schwierigkeit bei der Durchführung und Beurteilung von Raumluftmessungen: Die Konzentrationen von flüchtigen Stoffen in der Raumluft sind temperaturabhängig. Die Messungen im März erfolgten bei winterlich kalten Temperaturen und teilweise gar in ungeheizten Räumen. Da die Raumtemperatur einen erheblichen Einfluss auf die Emission von flüchtigen Verbindungen hat, muss angenommen werden, dass die gemessenen Konzentrationen in den Sommermonaten wieder etwas steigen werden. Eine rechnerische Abschätzung basierend auf den Ergebnissen zeigt jedoch, dass die Konzentrationen auch bei wärmeren Temperaturen voraussichtlich noch deutlich unter dem Vorsorgerichtwert liegen sollten.

 

Empfehlungen für die Zukunft

Nichtsdestotrotz empfiehlt Carbotech, die Räume weiterhin regelmässig zu lüften, insbesondere bei steigenden Temperaturen. Eine regelmässige Lüftung senkt auch die CO₂-Konzentration im Klassenzimmer, was für die Konzentrationsfähigkeit im Unterricht essentiell ist. Die Luftreinigungsgeräte bleiben vorerst in der Reserve, damit sie im Fall von allfälligen Reklamationen rasch und unkompliziert wieder eingesetzt werden können.

Zeitraum

2022-2025

Dienstleistung

Innenraumluft

Kund*in

Gemeinde Reinach

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