Im Jahr 2014 durfte Carbotech eine umfangreiche Messkampagne in einem Tiefbahnhof der SBB durchführen, um die Belastungssituation mit Feinstaub abzuklären. Zehn Jahre später wurden nun erneut Messungen durchgeführt. Es stellte sich die Frage, ob sich die Situation seit der letzten Erhebung verändert hat. Mit den Messungen wollte die SBB sicherstellen, dass keine Gesundheitsgefährdung für Mitarbeitende und Passagiere besteht. Dazu wurde der Feinstaub zeitaufgelöst mittels Aerosolspektrometer gemessen. Zusätzlich wurden die alveolengängigen und einatembaren Staubfraktionen mit jeweils drei Filtern pro Woche gravimetrisch bestimmt. Der Staub wurde im Labor auf seine Hauptbestandteile untersucht.
Die Messungen zeigten, dass die Feinstaubkonzentration im Tiefbahnhof etwas höher ist als in der Aussenluft. Da sich Passagiere jedoch nur kurzzeitig (zehn bis 30 Minuten) in Gleisnähe aufhalten, besteht dadurch keine Gesundheitsgefährdung. Trotz gewissen technischen Änderungen, zum Beispiel bei den Bremsbelägen, waren die Ergebnisse vergleichbar mit den Messungen von 2014. Zudem wurden alle Arbeitsplatzgrenzwerte für die beschäftigten Personen sehr deutlich eingehalten.
In den Auswertungen zeigten sich kurzzeitige nächtliche Konzentrationsspitzen. Dieser Anstieg der Feinstaubbelastung konnte mit nächtlichen Revisions- und Reinigungsarbeiten erklärt werden. Da zu dieser Zeit keine Passagiere anwesend sind, sind die kurzzeitig erhöhten Feinstaubkonzentrationen gesundheitlich nicht relevant.
Während der zweiwöchigen Messungen war der Nervenkitzel gross. Die eingesetzten Messgeräte sind zum Teil sehr kostspielig und waren während den Messungen für die Passant*innen im Tiefbahnhof zugänglich. Mit einer unauffälligen Box wurden sie erfolgreich vor neugierigen Blicken und damit auch Diebstahl geschützt.