Das Projekt
Als Machbarkeitsstudie für die künftige Entwicklung einer Liegenschaft mit 94 Wohneinheiten, erbaut um 1980/81, wurde Carbotech mit einem Gesamtgutachten zu Bauschadstoffen beauftragt. Die Gebäudestruktur umfasst ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss sowie vier Obergeschosse. Beprobt wurden ebenfalls die Dächer.
Die Herausforderung: Asbest im Detail
Ein zentraler Fokus der Untersuchung lag auf den Nasszellen (Küche, Bad, WC). Da Fliesenkleber per se kein Asbest enthält, dieses aber früher oft baustellenseitig beigemischt wurde, ist das Vorkommen häufig sehr heterogen.
In der Liegenschaft wurden nebst 84 Verputzproben – die negativ waren – insgesamt 57 Proben der Fliesenbereiche entnommen. Die Analyse der Einzel- und Mischproben ergab ein interessantes Bild: Während in einigen Bereichen Asbest nachgewiesen wurde, blieben andere Proben des optisch identischen Fliesentyps negativ.
Die Verteilung der Befunde lässt darauf schliessen, dass beim Bau der Siedlung wahrscheinlich unterschiedliche Teams am Werk waren. Da die Beigabe von Asbest im Ermessen der jeweiligen Handwerker*innen lag, kann das Vorkommen selbst innerhalb einer Liegenschaft extrem lokal begrenzt sein.
Anstatt pauschal die gesamte Fläche als asbesthaltig einzustufen, empfahl Carbotech eine gezielte Nachbeprobung. Das Ziel: Diejenigen Bereiche exakt einzugrenzen, in denen tatsächlich asbesthaltiger Kleber verwendet wurde. Diese differenzierte Betrachtung ermöglicht es, bei einer allfälligen Sanierung die Kosten zu reduzieren, da nur die belasteten Zonen unter entsprechenden Schutzvorkehrungen rückgebaut werden müssten.
Umfassende Sondierung
Neben den Innenräumen wurden auch die Flachdächer untersucht. Mittels Sondierungen wurde der Schichtaufbau (Betondecke, Dampfsperre aus Flüssigbitumen, Dachpappe, XPS-Isolation und Kies) exakt bestimmt, um die spätere Entsorgung der Materialien nach Typ und Belastung zu planen.
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