31. März 2026

Konkret und anwendungsorientiert: Der neue Praxisleitfaden ergänzt das GHG-Protokoll

Das Greenhouse Gas (GHG)-Protokoll ist der internationale Standard zur Treibhausgasbilanzierung. Es ist umfassend, komplex und bietet Raum für unterschiedliche Interpretationen. Aus diesem Grund haben Carbotech und intep einen Praxisleitfaden zur Anwendung des GHG-Protokolls geschrieben. Die beiden Projektleiter*innen Philipp Bolt und Eveline Volkart erzählen, was es damit auf sich hat.

Philipp Bolt und Evelin Volkart Portrait für GHG-Protokoll Leitfaden
Links: Philipp Bolt, Carbotech AG / Rechts: Eveline Volkart, intep – Integrale Planung GmbH

 

Wie und warum ist das Projekt entstanden?

Philipp: Wir haben intern und mit Kund*innen immer wieder Diskussionen zur Auslegung des GHG-Protokolls. Daraus entstand die Idee, diese Diskussionen – und vor allem auch die Erkenntnisse daraus – schriftlich festzuhalten. Zuerst als internes Projekt angedacht, wurde uns rasch klar, dass ein breites Publikum davon profitieren könnte. Zusammen mit intep haben wir diese Idee mit dem BFE und dem BAFU besprochen. Wir sind dankbar, dass es dort positiv aufgenommen wurde.

 

Wie ergänzt der Praxisleitfaden das GHG-Protokoll?

Eveline: Der Praxisleitfaden fokussiert auf die praktische Anwendung des Standards bei der Erstellung einer Unternehmensbilanz. Er enthält Vorschlägen zur Umsetzung der Vorgaben des GHG-Protokolls und bei der Bestimmung und der korrekten Zuordnung der Emissionen. Ein Fokus liegt auch auf der Beschreibung eines praktikablen Vorgehens in Themenbereichen, bei welchen im GHG-Protokoll Raum für verschiedene Interpretationen ist. Dabei haben wir unsere Meinung und unsere Empfehlung aufgrund unserer Beratungserfahrung einfliessen lasse – was im GHG-Protokoll aus gutem Grund nicht möglich ist, da der Standard weltweit und für alle Anspruchsgruppen Gültigkeit bewahren muss.

Philipp: Wir hatten da etwas mehr Freiheiten und konnten beschreiben, wie wir vorgehen, wie wir Aspekte des Protokolls in der Praxis umsetzen und wie Berechnungsbeispiele aussehen. Trotzdem bleiben unsere Aussagen innerhalb der Empfehlungen des GHG-Protokolls. Da wo wir abweichen, wird dies jeweils gekennzeichnet und begründet. Ausserdem ist eine Veröffentlichung in drei Landessprachen vorgesehen.

 

Wer hat bei der Erstellung mitgewirkt?

Eveline: Die Projektleitung lag bei Carbotch und intep. Wir haben die Schwerpunkte festgelegt und den Text verfasst. Es sind auch wertvolle Inputs von Fachpersonen eingeflossen: Vom BAFU und vom BFE haben wir gute Rückmeldungen erhalten, um auf Dokumente des Bundes Bezug nehmen zu können und Parallelen aber auch Unterschiede hervorzuheben. Zusätzlich haben wir Rückmeldung von anderen Beratungsunternehmen und von Vertreter*innen aus der Wirtschaft eingeholt.

Philipp: Das Feedback war harmonischer, als wir erwartet hatten. Die Interpretation des GHG-Protokolls scheint überall ähnlich zu sein. Und dort wo die Interpretation schwierig ist, ist sie für alle schwierig.

 

An wen richtet sich der Praxisleitfaden?

Philipp: Der Leitfaden richtet sich an Anwenderinnen und Anwender des GHG-Protokolls. Es ist kein Ersatz, es ist eine Ergänzung. Als häufigsten Anwendungsfall stellen wir uns eine Person vor, die sich zum Thema X unsicher ist, wie sie hier vorgehen soll und nachlesen möchte, wie andere dieses Thema interpretieren und umsetzen. Und wenn jemand den Bericht von A bis Z lesen möchte, nur zu, darüber freuen wir uns natürlich auch.

 

Wie geht es weiter?

Philipp: Wir hätten noch viele Ideen zu Themen, die noch mehr Beachtung verdient hätten. Die Interpretationen des GHG-Protokolls aus Sicht spezifischer Sektoren wäre interessant oder mehr Informationen zu FLAG-Emissionen. Bald kommen auch neue Versionen des Scope 2- und Scope 3-Standards heraus, daraus ergeben sich sicherlich wieder neue Fragestellungen. Im Moment warten wir aber mal ab, wie die Reaktionen auf den bestehenden Leitfaden ausfallen.

 

Hier gehts zum Projektbeschrieb mit Download.

 

Brauchen Sie Unterstützung beim Erstellen einer THG-Bilanz oder haben Sie Fragen zum Praxisleitfaden? Melden Sie sich gerne bei uns.

zurück