31. Juli 2025

Fachbericht Recycling 2025

Der Fachbericht zum Elektrogeräte-Recycling in der Schweiz wird jährlich gemeinsam von SENS und Swico publiziert. Die aktuelle Ausgabe steht unter Fachbericht.ch frei zur Verfügung. Die Carbotech Mitarbeitenden Stefanie Conrad, Flora Conte und Fabian Elsener haben als Autor*innen und in der Technischen Kommission TK bei der Erstellung mitgewirkt. Es folgt eine Übersicht über die von den Carbotech Expert*innen (mit-)verfassten Artikel.

 

Recycling Mengen 2024
von Fabian Elsener und Andreas Bill

Im Jahr 2024 sind die Mengen an recycelten Elektro- und Elektroaltgeräten erneut um 2% gestiegen – total wurden 135 200 Tonnen verarbeitet. Die Menge an Photovoltaikmodulen hat sich gar verdoppelt. Rückgängig ist hingegen die Anzahl an verarbeiteten Kühl-, Gefrier- und Klimageräten sowie Elektronikgeräten. Die verarbeitete Menge an Leuchtmitteln lag mit rund 1 000 Tonnen im langjährigen Mittel.

Mehr zu den verarbeiteten Recyclingmengen und der Wertstoffrückgewinnung hier.

 

Neue Softwarelösungen im Bereich Stofffluss-Transparenz
von Andreas Bill, Stefanie Conrad und Anahide Bondolfi

Im Swico/SENS-Recyclingsystem kommen ab 2025 zwei innovative Tools zum Einsatz, um die Dokumentation und Auswertung der Stoffströme deutlich zu verbessern. Ziel: Mehr Benutzerfreundlichkeit, Effizienz und vor allem Transparenz!
Um die oben genannten Mengen auswerten zu können bedarf es umfassender Daten von den Recyclingpartner*innen. Diese Stofffluss-Bilanzen sind aber auch nötig, damit die Recyclingbetriebe durch den vorgezogenen Recyclingbeitrag die entsprechenden Vergütungen erhalten. Zudem werden die Daten für die Kontrolle der Verarbeitungswege im Rahmen der Swico-SENS-Audits verwendet. Die bis anhin verwendete Software zur Erfassung der Stoffluss-Bilanzen entsprach aber schon seit längerem nicht mehr den gewachsenen Anforderungen.
Seit Anfang 2025 nutzen deshalb die Recyclingpartner das neue Tool WEEE flow, um ihre Daten effizient einzugeben und zu kontrollieren. Erste Rückmeldungen sind äusserst positiv: Die Bedienung ist einfacher, die Kontrolle schneller und die Datenqualität steigt.

Mehr zur Entwicklung der neuen Stofffluss-Software hier.

 

Wozu braucht man eine Kondensatorenkennzahl?
von Flora Conte

Kondensatoren, die vor 1986 verbaut wurden, können polychlorierte Biphenyle (PCB) enthalten. Diese Schadstoffe weisen eine beträchtliche Umweltbelastung auf, wenn sienicht fachgerecht entsorgt werden. Deshalb ist es ökologisch gesehen wichtig, die Verarbeitung von Kondensatoren in Recycling und Zerlegebetrieben zu überwachen. Dafür wird von den Auditor*innen der TK SENS bei der Verarbeitung von Haushaltsgrossgeräten die Kondensatorenkennzahl geprüft.

Dieser Artikel erläutert die Erhebungsmethode sowie den Nutzen der Kondesatorenkennzahl, da diese nicht immer allen auditierten Betrieben ersichtlich ist.

Mehr zum Nutzen und der Anwendung der Kondensatorenkennzahl hier.

 

Ein Blick hinter die Kulissen von Zerlegebetrieben
von Anahide Bondolfi, Stefanie Conrad und Flora Conte

In Zerlegebetrieben werden Elektro- und Elektronikaltgeräte manuell von Schad- und Wertstoffen getrennt und gefährliche Komponenten wie Lithiumbatterien entfernt. Doch die Arbeit ist nicht ohne Risiko: Lithiumbatterien können bei unsachgemässer Handhabung Feuer fangen oder explodieren – eine Gefahr, die nur mit spezieller Schulung, Schutzmassnahmen und hoher Sensibilität gemeistert werden kann.

Zwei Betriebe zeigen, wie unterschiedlich die Ansätze sind: Die ELREC AG aus dem ersten Arbeitsmarkt setzt auf temporäre Mitarbeitende und fokussiert sich auf einfache Batterientrennung. Die gadPLUS AG im zweiten Arbeitsmarkt arbeitet mit einem engagierten Team, das auch komplexe Geräte zerlegt und viel Wert auf Sicherheit legt.

Mehr zu den Herausforderungen der Zerlegebetriebe hier.

 

Der ganze Fachbericht kann unter Fachbericht.ch eingesehen werden.

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